Inflation kühlt schneller ab als prognostiziert
Der Verbraucherpreisindex stieg im Juni im Jahresvergleich um 3,5 %, nach 3,8 % im Mai und unter den von Ökonomen erwarteten 3,6 %. Auf Monatsbasis verzeichneten die Preise den stärksten Rückgang seit 2020, angetrieben durch fallende Benzinpreise und nachlassende Kosten in mehreren Konsumgüterkategorien. Die Daten geben der Federal Reserve Spielraum, die Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu halten.
Ölpreisanstieg droht Erholung zunichte zu machen
Die Inflationsentlastung könnte sich als kurzlebig erweisen. Die globalen Ölpreise sind seit letzter Woche um mehr als 10 % gestiegen, da der Konflikt zwischen USA und Iran eskaliert ist und die Straße von Hormus umkämpft bleibt. Die durchschnittlichen US-Benzinpreise werden laut Energieanalysten voraussichtlich 4 Dollar pro Gallone übersteigen. Auch die Importpreise stiegen, als das monatliche Handelsdefizit den höchsten Stand seit über einem Jahr erreichte, angetrieben durch Rekordimporte von Pharmazeutika und Rechenzentrumsausrüstung.
Fed vor komplexem geldpolitischem Entscheid
Fed-Chef Kevin Warsh steht nun vor einer komplizierten Perspektive. Die Juni-CPI-Daten sprechen für eine Pause oder ein Ende der Zinserhöhungen, aber das Potenzial für eine energiebedingte Inflation in den kommenden Monaten spricht für eine Beibehaltung einer restriktiven Haltung. Die Fed hat signalisiert, dass „zugrunde liegende Trends" für die allgemeine Geldpolitik von zentraler Bedeutung sind, aber die geopolitische Ebene erhöht die Unsicherheit in einem bereits komplexen Inflationsbild.